Mauz & Wauz auf der Überholspur

Kein ganzes Jahr ist es her, dass Mauz & Wauz mit seinen Überraschungsboxen für Hunde und Katzen an den Start ging. Damals wurde viel diskutiert in der Szene, ob der große Erfolg von Barkbox aus den USA auch bei uns zu wiederholen ist. Deutsche Startups ( http://www.deutsche-startups.de/2013/09/13/nicht-nachmachen-es-gibt-genug-abo-boxen-fur-hunde) unkte schon bald, dass der deutsche Markt einfach zu klein für dieses Geschäftsmodell sei und riet kommenden Startups geradezu davon ab, sich in diesem Segment breit zu machen. Und es scheint so als sollten die Experten für neue Märkte Recht behalten, was die Konsolidierung bei den Aboservices betrifft: In der letzten Zeit mussten viele Mitbewerber aus dem Boxensegment mangels Perspektive die Segel streichen. Auch Mauz & Wauz wurde dann oft gefragt, wie wir die Eruptionen durch den Ausstieg unserer Mitbewerber wahrnehmen würden. Fragen zur aktuellen Situation und zu künftigen Ziele beantwortet hier Thomas Poschen, einer der beiden Gründer von Mauz & Wauz.

Thomas, Mauz & Wauz ist noch kein Jahr alt. Wie ist Dein Fazit der ersten 10 Monaten?

Es war und ist eine sehr aufregende Zeit für uns. Wir haben so viel erlebt, viele tolle neue Leute und Partner kennengelernt. Mit diesen Leuten und dem Team zu arbeiten, macht das ganze Projekt jeden Tag noch besser!

Diese kleine Idee, die wir in gerade mal vier Monaten umgesetzt und an den Start gebracht haben, hat uns viele Wow- und auch einige Oh-No – Momente beschert. Wir sind jedoch mit der bisherigen Entwicklung sehr zufrieden, insbesondere, was die zukünftigen Pläne von Mauz & Wauz betrifft. Denn tatsächlich haben wir enorm viel im Hintergrund gearbeitet und viele Weichen für die Zukunft gestellt.

In letzter Zeit hört man immer wieder, dass sich Mitbewerber aufgrund schlechter Marktentwicklung aus dem Geschäft zurückziehen. Wie habt Ihr von den Ausstiegen erfahren bzw. was waren die Gründe für das Scheitern?

Für uns kam das Aus tatsächlich enorm überraschend. Wir hätten nie damit gerechnet, dass sie aufgeben. Schließlich waren sie die Vorreiter in Deutschland und über zwei Jahre nach eigener Aussage immer erfolgreich am Markt. Auch der zweite Abo-Anbieter wollte fast zum gleichen Zeitpunkt schließen, das war schon ein weiterer Schlag für unser Geschäftsmodell. Sie haben aber noch gerade die Kurve bekommen und jemanden gefunden, der es weiterführt. Erfahren haben wir das von verschiedenen Personen, auch auf der Interzoo war es Gesprächsstoff – nach zehn Monaten kennt man sich doch schon ein wenig.

Die Gründe waren wohl unterschiedlich, zumindest bei einem hat es sich finanziell einfach nicht gelohnt. Beim anderen waren es eher private Gründe. Wir haben mit beiden über eine Übernahme verhandelt, das war aber letztendlich für uns nicht attraktiv genug, sagen wir mal so.

Sind das Probleme, die auch Mauz & Wauz gefährlich werden könnten?

Grundsätzlich kann das natürlich jeden treffen, der sich mit dem Abo-Geschäft einlässt. Die meisten Abo-Boxen sind ein Luxus-Geschäft. Der Kunde braucht sie nicht wirklich, will sie aber trotzdem haben, wenn der Preis und vor allen Dingen die Qualität stimmt.

Da wir uns aber von Anfang an breiter aufgestellt haben und werden, sind wir fest davon überzeugt, dass wir für die Zukunft gut gerüstet sind.

Mauz & Wauz steht also auf einer soliden Basis. Was kommt jetzt noch? Was sind Eure Pläne für die nächsten Monate?

Tatsächlich haben wir eine ganze Menge Arbeit hinter uns und auch noch vor uns. Wir stehen aktuell enorm auf Expansionskurs. Durch unsere starken Partner bei der Futtermitteldistribution und der Logistik arbeiten wir bereits seit längerem mit beiden zusammen an konkreten Expansionsplänen. Das wichtigste Projekt werden die neuen Premium-Online-Shops sein, die wir im Spätherbst launchen werden. Dazu errichten und optimieren wir gerade im Hintergrund die eigene Logistik mit einem großen eigenen Lager in Tschechien. Dadurch können wir optimal vom Start weg mit tausenden von Premiumprodukten in den Markt einsteigen.

Wir entwickeln dazu bereits seit geraumer Zeit unsere eigene Enterprise-Shop – Systemlösung. Eine eigene, da wir so ganz individuell unsere Partner optimal einbinden können und wir den großen Vorteil haben, unsere eigene IT-Struktur aufzubauen mit einem State-of-the Art System, das es bisher auch so noch nicht gibt.

Im Boxenbereich wird es einige Neuigkeiten geben, sowohl im Endkunden – wie auch im B2B-Bereich. Da haben wir schöne Deals vorbereitet und auch schon abgeschlossen.

Wichtig ist für uns auch die Expansion in weitere Länder. Hier verhandeln wir bereits seit Anfang des Jahres mit einem Global Player, der uns zum Start den Schweizer Markt, mit Option später auf weitere Länder, öffnen soll. Nach dem letzten Treffen vor einer Woche sieht es dafür ganz gut aus. Es bewegt sich also einiges.

 Die Zeichen stehen also klar auf Wachstum und Expansion. Beides kostet bekanntlich vor allem eine Menge Geld. Habt Ihr einen Topf voll Gold am Ende des Regenbogens gefunden?

Um es in einfachen Worten zu sagen: Wir haben uns in der letzten Woche eine Finanzierungsrunde im mittleren, sechsstelligen Bereich, sichern können. Das war wirklich ein toller Moment bei der Unterschrift am Freitag, denn es zeigt das Vertrauen in uns und unser Modell. Wir sind sehr froh, dass wir nun alle Ideen, die wir bisher umsichtig vorbereitet haben, erfolgreich und mit Nachdruck umsetzen können. Mauz & Wauz war bisher komplett eigenfinanziert und die weiteren Finanzierungsmittel konnten wir aus unserem eigenen Netzwerk erfolgreich akquirieren. Vor allen Dingen eröffnet uns diese Finanzierungsrunde im nächsten Jahr wohl noch viele weitere Möglichkeiten.

Schauen wir doch mal in die Kristallkugel: Wo steht Mauz & Wauz in 2 Jahren?

Wir wollen gesund wachsen und natürlich sollen sowohl unsere Boxen wie auch unsere Shops schon eine erfolgreiche Nummer sein. Wir setzen zudem viel Vertrauen in unser Enterprise-Shop-System, auch, weil wir hier im B2B Bereich bereits aktiv sind und schon den einen oder anderen Kunden dafür interessiert haben. Das wollen wir massiv ausbauen mit der Mauz & Wauz Gruppe, die wir extra für unsere Partner und B2B Kunden gegründet haben. Als Brand soll Mauz & Wauz schon bekannt und bereits gerne in einigen Ländern vertreten sein.

Ach ja, wir haben ein tolles Loft gefunden für unser Mauz & Wauz Headquarter. Wir hoffen, dass wir da dann auch demnächst einziehen können. Im Moment wollen wir das noch nicht überstürzen und so lange es geht, unser Geld noch zusammenhalten.  Da spricht dann schon der Lizenzschwabe in mir, nach zwölf Jahren im Ländle färbt das auf einen Rheinländer einfach ab.

10 Antworten

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  1. […] Mauz & Wauz scheiterte vor einer Weile daran, über Crowdfunding signifikant Geld zum Firmenstart bzw zur Expansion zusammenzubekommen. Laut eigenen Aussagen hat die Jungfirma jedoch inzwischen einen sechsstelligen Betrag einsammeln können, um weiterzumachen. Mehr Infos (wenngleich keine weiteren Zahlen gibts unter http://www.mauzundwauz.com/mauz-wauz-auf-der-ueberholspur) […]

  2. […] Ein ausführlicheres Interview zu der aktuellen Situation im tierischen Boxensegment, den eigenen Plänen und der Finanzierungsrunde finden Sie hier: http://www.mauzundwauz.com/mauz-wauz-auf-der-ueberholspur/ […]

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